23 Sep. Wie finde ich den richtigen Webdesigner, wenn mein Unternehmen moderner wirken soll?
Kurz zusammengefasst:
In diesem Artikel erfahren Sie, worauf KMUs achten sollten, wenn sie einen Webdesigner suchen. Besonders im Zuge einer Unternehmensnachfolge reicht es oft nicht, einfach nur eine neue Website erstellen zu lassen. Entscheidend ist, dass Website, Markenauftritt, Inhalte und Außenwirkung zusammenpassen – damit das Unternehmen professionell, vertrauenswürdig und zukunftsfähig wahrgenommen wird.
Wenn die Website nicht mehr zum Unternehmen passt
Viele Unternehmerinnen und Unternehmer kennen diesen Moment: Eigentlich läuft das Geschäft. Die Kunden sind zufrieden, die Qualität stimmt, das Team ist erfahren. Aber sobald man die eigene Website öffnet, entsteht ein ungutes Gefühl.
Die Seite wirkt älter, als das Unternehmen heute ist.
Die Bilder passen nicht mehr.
Die Texte erklären nicht klar, was Sie leisten.
Das Logo wirkt auf dem Smartphone unscharf oder altmodisch.
Und die wichtigsten Informationen sind schwer zu finden.
Im Alltag wird das oft lange hingenommen. Stammkunden kennen Sie ja. Empfehlungen funktionieren. Und eine neue Website steht selten ganz oben auf der Prioritätenliste.
Doch spätestens bei einer Unternehmensnachfolge verändert sich die Situation.
Dann schauen nicht nur bestehende Kunden auf Ihr Unternehmen. Auch potenzielle Nachfolger, Käufer, Banken, neue Mitarbeitende, Geschäftspartner und jüngere Zielgruppen machen sich ein Bild. Und dieses Bild entsteht oft zuerst online.
Deshalb ist die Frage nicht nur: „Wer baut uns eine neue Website?“ Die bessere Frage lautet: Wer hilft uns, unseren Außenauftritt so zu modernisieren, dass er zum Unternehmen und zur nächsten Phase passt?
Warum die Wahl des Webdesigners so wichtig ist
Eine neue Website ist schnell beauftragt. Aber nicht jede neue Website löst das eigentliche Problem.
Viele KMUs brauchen nicht einfach ein moderneres Layout. Sie brauchen Klarheit:
Wofür steht unser Unternehmen heute?
Was macht uns besonders?
Welche Leistungen sollen stärker sichtbar werden?
Wie zeigen wir unsere Erfahrung, ohne altmodisch zu wirken?
Wie sprechen wir neue Mitarbeitende an?
Wie wird die nächste Generation sichtbar, ohne dass die bisherige Geschichte verloren geht?
Ein guter Webdesigner sollte diese Fragen stellen, bevor er Gestaltungsvorschläge macht.
Gerade in der Unternehmensnachfolge geht es nicht nur um Technik, Farben und Bilder. Es geht um Vertrauen. Der neue Webauftritt soll zeigen: Dieses Unternehmen ist gut geführt, professionell aufgestellt und bereit für die Zukunft.
Eine gute Beratung sollte deshalb auch die Website und den gesamten Außenauftritt einbeziehen.
1. Suchen Sie keinen reinen „Website-Bauer“
Viele Anbieter können Websites technisch umsetzen. Das heißt aber noch nicht, dass sie Ihr Unternehmen auch strategisch verstehen.
Wenn Sie im Generationswechsel stehen, brauchen Sie jemanden, der weiter denkt:
Wie wirkt Ihr Unternehmen auf den ersten Blick?
Welche Zielgruppen prüfen Ihre Website?
Welche Informationen brauchen Käufer, Bewerber oder Kunden?
Welche Elemente des bisherigen Auftritts sollten erhalten bleiben?
Was muss moderner, klarer oder hochwertiger werden?
Ein reiner Website-Bauer fragt oft nach Seitenanzahl, Funktionen und technischen Wünschen. Das ist wichtig, aber nicht ausreichend.
Ein guter Designpartner fragt zusätzlich nach Ihrer Positionierung, Ihrer Geschichte, Ihren Stärken und Ihrer Zukunft.
2. Achten Sie darauf, ob Marke und Website zusammen gedacht werden
Viele Unternehmen sagen: „Wir brauchen eine neue Website.“
Nach dem ersten Blick zeigt sich aber oft: Das Problem liegt nicht nur bei der Website. Auch Logo, Farben, Schriften, Fotos, Texte, Präsentationen oder Angebotsunterlagen wirken uneinheitlich oder veraltet.
Dann reicht es nicht, nur die Website optisch zu erneuern. Der gesamte Außenauftritt sollte geprüft werden.
Das bedeutet nicht automatisch, dass alles neu gemacht werden muss. Gerade bei gewachsenen Unternehmen ist Wiedererkennung wichtig. Ein bekanntes Logo, eine vertraute Farbe oder bestimmte Elemente können wertvoll sein.
Aber sie müssen so weiterentwickelt werden, dass sie heute funktionieren: digital, mobil, klar lesbar und professionell.
Ein guter Webdesigner erkennt diesen Zusammenhang. Er oder sie denkt nicht nur in einzelnen Seiten, sondern in einem stimmigen Gesamtbild.
3. Prüfen Sie, ob der Anbieter Ihre Zielgruppe versteht
Ein häufiger Fehler bei Website-Projekten: Die neue Seite sieht zwar modern aus, spricht aber nicht die richtigen Menschen an.
Ein inhabergeführtes Unternehmen sollte nicht plötzlich klingen wie ein Start-up, wenn das nicht zur Kultur passt. Gleichzeitig sollte es nicht so wirken, als sei seit 15 Jahren nichts passiert.
Die richtige Sprache liegt oft dazwischen: klar, menschlich, kompetent und zukunftsorientiert.
Ihre Website muss unterschiedlichen Zielgruppen Orientierung geben:
Kunden wollen wissen, ob Sie das richtige Unternehmen für ihr Anliegen sind.
Bewerber wollen spüren, ob sie gerne bei Ihnen arbeiten würden.
Käufer oder Nachfolger wollen erkennen, ob das Unternehmen professionell aufgestellt ist.
Banken und Partner achten auf Seriosität, Struktur und Stabilität.
Deshalb sollte der Webdesigner nicht nur gestalten, sondern auch beim Aufbau der Inhalte mitdenken.
4. Qualität muss sichtbar werden
Viele KMUs sind besser, als sie online wirken.
Sie haben gute Projekte, treue Kunden, erfahrene Mitarbeitende und ein starkes Leistungsangebot. Aber auf der Website sieht man davon zu wenig.
Referenzen fehlen oder sind schlecht aufbereitet.
Die Über-uns-Seite ist kurz und unpersönlich.
Die Leistungen sind zu allgemein beschrieben.
Es gibt keine klare Bildsprache.
Der Karrierebereich wirkt wie eine Pflichtseite.
Aktuelle Entwicklungen oder die nächste Generation werden nicht gezeigt.
Ein professioneller Webdesigner sollte Ihnen helfen, diese Qualität sichtbar zu machen.
Dazu gehören echte Bilder, klare Texte, übersichtliche Leistungsseiten, gut präsentierte Referenzen und ein starker Einstieg auf der Startseite.
Gerade bei der Unternehmensnachfolge ist das wichtig. Denn was nicht sichtbar ist, wird schnell unterschätzt.
5. Fragen Sie nach einem klaren Ablauf
Ein Website-Relaunch oder neuer Außenauftritt braucht Struktur. Besonders dann, wenn mehrere Personen entscheiden oder zwei Generationen beteiligt sind.
Ein guter Ablauf könnte so aussehen:
Zuerst wird der aktuelle Auftritt geprüft. Dann werden Ziele, Zielgruppen und Inhalte geklärt. Anschließend entsteht eine neue Struktur für die Website. Danach folgen Gestaltung, Texte, Bildauswahl, technische Umsetzung und Korrekturen.
Wichtig ist, dass Sie von Anfang an wissen:
Was ist im Angebot enthalten?
Wer liefert Texte und Bilder?
Wie viele Korrekturrunden sind eingeplant?
Wie lange dauert die Umsetzung?
Was können Sie später selbst pflegen?
Welche Kosten können zusätzlich entstehen?
Je klarer der Prozess, desto weniger Missverständnisse entstehen.
Typische Fehler bei der Auswahl eines Webdesigners
Viele Unternehmen entscheiden nach Preis, Sympathie oder schönen Beispielseiten. Das ist verständlich, aber nicht immer sinnvoll.
Achten Sie auf Warnsignale:
Der Anbieter fragt kaum nach Ihrem Unternehmen.
Es geht sofort um Design, aber nicht um Inhalte.
Die Website wird isoliert betrachtet, ohne Logo, Bildsprache oder Unterlagen.
Texte müssen komplett von Ihnen kommen, obwohl Sie dafür keine Zeit haben.
Es gibt keine klare Projektstruktur.
Die neue Website sieht modern aus, erklärt aber Ihr Unternehmen nicht besser.
Gerade im Mittelstand ist eine Website kein reines Designprodukt. Sie ist ein Werkzeug für Vertrauen, Vertrieb, Recruiting und Nachfolgekommunikation.
Welche Fragen Sie vor der Beauftragung stellen sollten
Bevor Sie sich entscheiden, stellen Sie konkrete Fragen:
Haben Sie Erfahrung mit KMUs oder Familienunternehmen?
Wie gehen Sie vor, wenn ein Unternehmen seinen Außenauftritt modernisieren möchte?
Prüfen Sie auch Logo, Farben, Schriften und Bildsprache?
Unterstützen Sie bei Website-Struktur und Texten?
Wie machen Sie Leistungen und Referenzen sichtbar?
Wie berücksichtigen Sie Recruiting und Arbeitgeberwirkung?
Wie läuft die Abstimmung ab?
Bekommen wir Vorlagen oder Gestaltungsregeln für den Alltag?
Können wir die Website später selbst pflegen?
Die Antworten zeigen schnell, ob jemand nur eine Website erstellt oder Ihr Unternehmen wirklich weiterbringen kann.
Praxisbeispiel: Besser sichtbar statt komplett neu
Stellen Sie sich ein Bauunternehmen vor, das seit Jahrzehnten erfolgreich arbeitet. Die nächste Generation ist bereits im Unternehmen. Die Projekte sind hochwertig, das Team erfahren, die Kunden zufrieden.
Aber die Website erzählt diese Geschichte nicht.
Die Bilder sind alt. Die Leistungen sind unklar. Die Referenzen sind versteckt. Das Logo wirkt digital nicht mehr sauber. Bewerber finden kaum Informationen.
Hier braucht es nicht unbedingt einen radikalen Neustart. Sinnvoller ist ein neuer, professioneller Außenauftritt, der die bestehende Qualität sichtbar macht.
Das Logo wird behutsam überarbeitet. Die Farben bleiben wiedererkennbar, wirken aber klarer. Die Website bekommt eine neue Struktur. Referenzen werden hochwertig gezeigt. Die Über-uns-Seite verbindet Herkunft und Zukunft. Der Karrierebereich spricht neue Mitarbeitende an.
Das Unternehmen wirkt danach nicht wie ein anderes Unternehmen. Es wirkt wie die beste Version seiner selbst.
Fazit: Der richtige Webdesigner denkt unternehmerisch
Wenn Ihr Unternehmen moderner wirken soll, reicht ein schönes Layout nicht aus.
Sie brauchen jemanden, der versteht, was Ihr Unternehmen ausmacht, welche Zielgruppen Sie erreichen wollen und welche Rolle die Website in der nächsten Unternehmensphase spielt.
Gerade bei KMUs in der Unternehmensnachfolge sollte der Webdesigner nicht nur gestalten, sondern mitdenken: bei Marke, Website, Text, Bildsprache, Recruiting und Außenwirkung.
Denn ein guter Webauftritt zeigt nicht nur, was Sie anbieten. Er zeigt, warum Ihr Unternehmen Vertrauen verdient.
Ihre nächste sinnvolle Aktion
Prüfen Sie Ihre aktuelle Website mit drei Fragen:
Erkennt ein Außenstehender sofort, wofür Ihr Unternehmen steht?
Wirkt Ihr Auftritt so professionell wie Ihre tatsächliche Leistung?
Zeigt Ihre Website, dass Ihr Unternehmen zukunftsfähig ist?
Wenn Sie bei einer dieser Fragen unsicher sind, lohnt sich ein genauer Blick.
In einem 30-minütigen Projektcheck schaue ich gemeinsam mit Ihnen auf Ihre Website und Ihren Außenauftritt. Sie erhalten eine erste Einschätzung, wo Ihr Auftritt bereits stark ist und wo er den Wert Ihres Unternehmens noch besser sichtbar machen kann.
Über die Autorin
Karin Achatz ist Diplom-Kommunikationsdesignerin (FH) aus München. Seit über 20 Jahren begleitet sie inhabergeführte Unternehmen dabei, mit einem klaren und stimmigen Markenauftritt professionell, vertrauenswürdig und wiedererkennbar nach außen aufzutreten. Ihre Spezialisierung: Unternehmen im Generationenwechsel.
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